Meine Arbeit macht mir weiterhin Spaß (es gibt auch Abzüge, aber bis jetzt alles deutlich im Plusbereich) und ich bin überhäuft mit Ideen, Anregungen und Fachliteratur. Letzteres lese ich in allen Varianten, möchte alles zur gleichen Zeit ausprobieren und am liebsten gleichzeitig noch das ganze Therapiematerial erstellen, dass mir im Kopf rumschwirrt und was durch die Literatur angeregt wird.
Am intensivsten beschäftige ich mich grade mit dem TTB: Der therapeutische Tischbesuch.
Wääääs? denken jetzt wahrscheinlich viele (genau wie ich, als ich zum erstenmal davon gehört habe) und sind dann mit Sicherheit genauso überrascht, wie simpel aber wirkungsvoll das Ganze ist.
Meine Quellen für die folgenden Auslegungen: meine Erfahrung und das Buch "Der therapeutische Tischbesuch, Bernd Kiefer und Bettina Rudert" aus der Reihe "Powerbooks"
Was ist ein TTB?
-> Unter dem therapeutischen Tischbesuch versteht man das systematische und zeitliche kurz begrenzte Aufsuchen der pflegebedürftigen Menschen unter Einbeziehung kommunikationsanregender Medien.
Mit anderen Worten: der Besuch ist gewollt kurz, es wird individuell ein Gegenstand oder ähnliches als Anregung für ein Gespräch eingesetzt und es wird sich in diesen wenigen Minuten voll und ganz auf eine Person konzentriert.
Warum wird dieser TTB angewendet, statt einer ganzen Therapie-Einheit oder Gruppenintegration?
-> Es gibt Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in keine Gruppe integriert sind oder es ist keine Zeit für eine volle Therapie-Einheit, sei es für eine Gruppe oder Einzel. Manche Menschen sind auch schlicht schnell überfordert und können sich nur kurz auf eine Sache konzentrieren. Mit dem TTB bekommen sie zwar nur kurz Aufmerksamkeit, dafür ist diese aber sehr intensiv und für den Pflegebedürftigen in einem zu verarbeitenden Maß.
Bei wem kann der TTB angewendet werden?
-> Im Grunde bei jedem und zu jeder Zeit. Gibt man dem Kind einen anderen Namen, kann man es in jeder Alterstufe, bei jedem Geschlecht überall und zu jeder Zeit anwende. Es muss keine therapeutischen Zwecke haben, es kann auch zum Aufbau von Vertrauen führen oder es dient dem Zweck, um sich zwanglos und auf spielerische Weise kennen zu lernen.
Was kann man bei einem TTB als Medium benutzen?
-> Rundheraus ALLES! Man kann, so fern man den Besuchten einschätzen kann oder kennt, auch individuell etwas mitbringen, wo man weiß, dass es zu einem Gespäch kommen wird. Es besteht die Möglichkeit, was völlig abstraktes mitzunehmen, um zu sehen wie die Person reagiert, was sie spontan dazu sagt. Oder thematisiert etwas, arbeitet biographisch etc.. Die Möglichkeiten und Medien sind da grenzenlos.
Meine Erfahrungen bis jetzt: Es sind ganz andere Reaktionen gekommen, als ich erwartet habe. Eine Dame bekam ein Kehrblech und einen Handfeger, wo ich dachte, sie weiß sofort was damit zu tun ist. Stattdessen schaute sie sich die beiden Gegenstände erst sehr genau an, schaute mich mit einem glücklichen Gesichtsausdruck an und benutze Blech und Feger als Musikinstrumente. Ein Herr kämmte sich die Augenbrauen, wollte sich damit die Zähne putzen und benutzte beides zusammen ebenfalls wie Klanghölzer. Beide waren sehr zufrieden, gaben mir alles zurück und hatten einen dankbaren Blick drauf. Und ich war erstaunt, wie wenig Phantasie ich habe *gg*
Nebenbei lese ich Fachliteratur für meine beiden Wachkomis (ich find Wachkomapatienten immer so lang...) und erweiter mein Wissen und meinen Vorrat an Ideen zum Thema Demenz/Wachkoma und Angeboten, die man in der Therapie machen kann.
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Dienstag, 23. März 2010
Sonntag, 24. Januar 2010
Tauschticket-Stammtisch, Teil 3
Einige bekannte Gesichter mussten kurzfristig absagen, dafür gab es neue dazu und am Ende waren wir statt der 17 doch nur 9. Machte aber nix, in der "Weissen Maus" war die Stimmung super (geschlossene Gesellschaft, war auch besser so *gg*), es waren wieder interessante und heiß umkämpfte Bücher dabei und jeder bekam was neues zum lesen mit nach Hause. Es war ein sehr gemütlicher Abend, diesmal ungewöhnlich lang und so war ich gegen 0h wieder daheim, gut durgefroren (-5 Grad sind halt nicht ohne, wenn man an der Binnenalster auf den Bus warten muss), aber mit interessanter Beute in der Tasche und guter Laune :)
Donnerstag, 7. Januar 2010
Unheil - Hörbuch
Das Hörbuch (welches sich in meinem Besitz befindet) ist eine autorisierte Kurzfassung (nicht von dem Bild irritieren lassen, wo 20 CDs draufsteht), basierend auf dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Hohlbein.Sprecher: Dagamar Heller und Michael Schwarzmaier
Hörbuch: 6 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 446 Minuten
Story: Man nennt ihn den "Vampir": Bestialisch foltert er seine Opfer und saugt ihnen bei lebendigem Leib das Blut aus. Die Polizistin Conny Feisst hat sich vorgenommen, der Bestie ihr grausames Handwerk zu legen. In einem düsteren Gothik Club kommt sie dem Vampir gefährlich nahe. Von nun an kann sich Conny nirgendwo mehr sicher fühlen. Aus der mutigen Vampirjägerin wird die erbamungslos Gejagte. Ein unerbittlicher Wettkampf mit den Mächten der Finsternis beginnt, der Conny an die Grenzen des Wahnsinns treibt und ihre schlimmsten Albträume Wirklichkeit werden lässt...
Meine Meinung:
Die Sprecher haben ihren Job wirklich fabelhaft gemacht. Allerdings konnten auch die an der Story nichts ändern. Es geht sehr blutig und gnadenlos zu, ab und zu ist es ganz spannend mitzurätseln, wer denn nun welche Rolle spielt aber am Ende bleibt WoHo WoHo und es kommt wieder so ein "War ja klar..." Ende. Wer Fan von den Blade-Filmen ist, würde sich über eine Verfilmung dieses Buches mit Sicherheit freuen. Für Freunde der gepflegten Gänsehaut wohl eher nichts, weil es maßlos übertrieben dargestellt ist und dementsprechend seine Wirkung verfehlt.
Das Buch selber habe ich noch nicht gelesen. Ich bin gespannt ob es, etwas mehr ausgeschmückt als die gekürzte Hörbuchvariante, mehr Spannung und Kribbeln hervorruft oder auch nur aus Blut, Hass und Extremen besteht.
Mittwoch, 22. April 2009
Unter Haien - Ergänzung
So, Buch is gelesen und ich kann nur sagen: boah! Es blieb bis zur letzten Seite spannend, es gab kein kitschiges Happy End und am Ende konnte ein großer Teil der Korruption behoben werden. Aber auch da gab es kein riesen Happy End. Es wurde nicht so dargestellt, als würde jetzt Weltfrieden herschen oder so. Lediglich dieser fette Hai wurde gefangen, samt Gefolge. Allerdings sind schon im Laufe der Geschichte einige Charaktere auf der Strecke geblieben. Sowohl auf der "guten", als auch auf der "bösen" Seite.
Also ich bleibe dabei: ein sehr sehr gelungener Krimi-Thriller, der absolut lesenswert ist.
Also ich bleibe dabei: ein sehr sehr gelungener Krimi-Thriller, der absolut lesenswert ist.
Sonntag, 19. April 2009
Unter Haien

Autor
Mehr Infos zu Nele Neuhaus hier
Die Story
Die aus Deutschland stammende Investmentbankerin Alex Sontheim hat sich durch Intelligenz und Zielstrebigkeit eine Position erarbeitet, von der andere nur träumen. Sie ahnt aber nicht, dass sie ihren Sachverstand und ihr Insiderwissen in ein Kartell von ausgeklügelter Wirtschaftskriminalität investiert. Selbst als Bürgermeister Nick Kostidis, unbeirrbarer Kämpfer gegen die Kriminalität in New York City, die junge Frau warnt, will sie nichts davon hören. Erst ein Attentat auf die Familie des Bürgermeisters und Unstimmigkeiten in ihrer Firma wecken ihr Misstrauen. Alex beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und macht eine ungeheuerliche Entdeckung, die sie in tödliche Gefahr bringt.
Mein Kommentar dazu
Ich bin durch puren Zufall an dieses Buch gekommen. Ich habe einem, ich vermute Verleger, Geld gewechselt, damit er sich Zigaretten am Automaten holen kann. Darauf hin lud er mich in die Katakomben des Verlagshauses ein und schenkt mir das Buch. Er bekam seine Zigaretten, konnte günstig Werbung machen und ich hatte ein neues Buch das ich mir so nie gekauft hätte. Das ist jetzt knapp zwei Jahre her. Und so lange hat es auch in der Schublade gelegen, weil ich es für nicht besonders lesenswert hielt.
Inzwischen habe ich meine Meinung geändert, auch wenn ich es noch nicht ganz durch habe.
Das Buch fängt etwas zäh an und man muss sich von Anfang an auf viele Namen und Verstrickungen, so wie auf viele Fachbegriffe, Firmenkürzel und ähnliches einlassen und konzentrieren. Um die Verwirrung, aber auch die Spannung, komplett zu machen, wird bei einer wichtigen Person bei den "Bösen" der Nachname und bei den "Guten" der Vorname benutzt. Sprich, er gehört zu den korrupten Schlüsselfiguren. Erst im Laufe der Geschichte wird klar, dass es sich in diesem Fall um die selbe Person handelt und es machte "Pling".
Trotz dieser Irrungen und Wirrungen packte mich die Story schnell. Es ist ein Krimi wie ich bisher noch nicht gelesen habe. Es geht nicht darum einen Mörder zu finden, sondern die Korruption in der New Yorker Finanzszene zu durchbrechen und als Leser zu durchschauen. Damit das nicht langweilig wird stehen die einzelnen handelnden Personen in verzwickten Beziehungen zu einander, die zusätzlich dafür sorgen, dass die Story immer neue Wendungen nimmt.
Es gibt keinen allwissenden Erzähler. Die Story spielt abwechselnd in verschiedenen Szenen und wird aus der Sicht der unterschiedlichen Hauptfiguren erzählt. Je nach dem an welchem Ort gerade die Szene spielt und auf wem gerade die Hauptaufmerksamkeit liegt. Man kann dem roten Faden dennoch sehr gut Folgen.
Die Autorin hält sicht nicht ewig mit Details auf, sondern erzählt die Geschichte sehr spannend und flüssig.
Die Autorin hält sicht nicht ewig mit Details auf, sondern erzählt die Geschichte sehr spannend und flüssig.
Ich fieber dem Ende des Buches entgegen, weil ich die Fragen: "Wie klärt sich alles auf und wer geht wie aus der Nummer raus?" und "Wer geht mit wem in welchem zwischenmenschlichem Verhältnis wie aus der Geschichte raus?" nicht mehr lange aushalte ;)
Meinen Segen hat das Buch. Seit langem wieder eins, das ich Krimi-Fans und Konsorten empfehlen würde. Auch wenn ich den Ausgang der Geschichte noch nicht kenne.
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